Der damals regierende Fürst zu Schwarzburg-Sondershausen, Karl Günther, erlitt am 22. Oktober 1906 auf den „Possen“, einem Waldgebiet mit Jagdschloss nahe Sondershausen, einen schweren Jagdunfall, hervorgerufen durch einen verwunderten Keiler. Dieser Unfall verurteilte den Regenten zu einem beschwerlichen und langwierigen Krankenbett, von dem er sich bis zum Tode auch nicht wieder erholen sollte.
Am 28 März 1909 verstarb der letzte Fürst der Sondershäuser Linie des Schwarzburgischen Fürstenhauses, Karl Günther (1880-1909), im Sanatorium Lahmann bei Dresden.
Bereits am 2. April 1909, also unmittelbar nach dem Ableben des Fürsten, fasste der Gehrener Thüringer-Wald-Verein in seiner Versammlung den Beschluss, zu Ehren und aus Dankbarkeit einen Karl-Günther-Turm auf dem Langen Berg zu errichten. Mit der Begründung, der Fürst habe hier oft und gern zur Jagd geweilt. Am 29. April 1910 wurde in einer vom Thüringer-Wald-Verein einberufenen Versammlung sämtlicher Gehrener Vereine das Hauptkomitee unter Leitung von Dr. jur. Walter Kirsch gegründet.
Jetzt setzte eine rege Tätigkeit zum Zusammenbringen der Mittel ein, woran sich die Gemeinden der Oberherrschaft und viele Privatpersonen beteiligten. Nunmehr entstand der Plan, ein „gemeinschaftliches Denkmal für die Oberherrschaft" zu errichten. Nachdem die Fürstenwitwe sich bereit erklärte, die Summe für die Herstellung eines Bronzestandbildes ihres Gemahls zu stiften, konnte das Werk beginnen.
Der Architekt Richard Klepzig aus Gotha begann sofort uneigennützig mit seinen Arbeiten. Die Porzellanfabrik in Sitzendorf fertigte kostenlos die erforderlichen Tonmodelle und am 20. Dezember 1911 fand der letzte Entwurf des Herrn Klepzig einstimmige Annahme. Es wurde ein Bauausschuss, bestehend aus den Herren Dr. jur. Walter Kirsch, Architekt Klepzig, Oberförster Lämmerzahl, Bezirksbeamter Biel, Bürgermeister Heinemann, Superintendent Weise und Zimmermeister Lämmerzahl, bestellt und es erfolgten die Ausschreibungen. Den Zuschlag für die Maurerarbeiten erhielt durch den Bauausschuss Herr Hofbaugewerksmeister Otto Kaufmann aus Niederwillingen, der Anfang Mai 1912 auf dem von der Gemeinde Willmersdorf unentgeltlich zur Verfügung gestellten Grundstück den Bau unter Aufsicht seines Poliers Karl Bauer beginnen ließ. Am Bau des Denkmals beteiligten sich auch elf italienische Bauarbeiter. Das Baumaterial (Quarzit) wurde in unmittelbarer Nähe aus zwei Steinbrüchen gewonnen. Die Stufen und die Abdeckplatten wurden aus Rottleber Sandstein und die Fußbodenplatten aus Tambacher Stein hergestellt. Die Arbeiten gingen rasch vonstatten und Anfang Juli konnte der Schlussstein in den Säulenaufbau des Denkmals eingesetzt werden.
Von Anfang an stand neben der Ehrung für den Fürsten die Landschaftsverbundenheit im Mittelpunkt aller Überlegungen beim Bau des Denkmals. Sie äußert sich in der Wahl der Materialien ebenso wie in die Landschaftseinpassung, aber auch in praktischen Überlegungen. So ist der untere Säulengang vor der Gedächtnishalle eigens aus dem Grund geschaffen worden, den Wanderern bei ungünstiger Witterung Schutz zu gewähren. Dass dabei gleichzeitig ein wenig Geschichte „studiert“ werden sollte, steht nirgends geschrieben, ist aber wahrscheinlich. Denn die Antikverglasung der Gedächtnishallenfenster, ausgeführt von der Glasmalerei E. Krauße aus Weimar, zeigte die Fürstenwappen derer von Schwarzburg –Sondershausen und Altenberg und die Stammschlösser des Fürstenpaares: die Käfernburg bei Arnstadt und das Schloss Wettin.
Parallel zum Bau modellierte der Weimarer Bildhauer Arno Zauche das Standbild, das dann in Berlin von der Firma Gladenbeck in Bronze gegossen wurde. Die drei Meter hohe Statue konnte am 30. Juli 1912 auf das inzwischen fertiggestellte Denkmal aufgesetzt werden.
Der große Stufenbau bis hoch zur Statue ließ diese Figur zum beherrschenden Teil des gesamten Denkmals werden, der noch durch die Terrassen und den Säulenbau eine harmonische Gesamtwirkung erhielt. Unter den Klängen erhebender Musik erfolgte dann die Besichtigung des Denkmals seitens der Hohen Herrschaften sowie die Vorstellung der Mitglieder des Komitees.
Am Spätnachmittag fand auf dem Schützenplatz in Gehren eine Nachfeier statt, die auch seine Durchlaucht der Fürst nebst Gefolge besuchte, bei der außer Militärkonzert u.a. auch turnerische Vorführungen gezeigt wurden. Der festliche Tag wurde am Abend durch einen Ball im Schützenhaus beschlossen. In Großbreitenbach fand zeitgleich auf dem Schießhausplatz ebenfalls ein Militärkonzert statt.